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Podium in Rijeka!
Freitag 17. August 2007

Nun ist die Saison

2007 schon wieder beendet. Letztes Wochenende wurden die letzten zwei Rennen der Superstock Schweizermeisterschaft in Rijeka (Kroatien)
gestartet.

Obwohl es bis Rijeka „nur“ etwa 900 km sind, hatten wir für die Hinreise inkl. Reifenplatzer auf der Autobahn und „Korruption“ am slowenischen, kroatischen und

italienischen Zoll (wenn man HĂĽte und T-Shirts verteilt kommt man schneller durch) sage und schreibe 19 Stunden!

Nach den ersten Runden auf dem

Autodrom Grobnik fĂĽhlte ich mich mehr auf einem Motocrosskurs als auf einer Rennstrecke. Die ganze Strecke ist extrem wellig und unruhig, der Belag biete

aber trotzdem viel Grip. Ansonsten gefiel sie mir jedoch sehr gut und ich fand schnell eine gute Linie. Die Trainings am Freitag waren ziemlich anstrengend. Bei

26 Grad und den vielen Schikanen und Doppelschikanen musste ich ständig darauf achten möglichst locker und mit wenig Kraftaufwand in den Armen zu

fahren. Am Freitag Abend lag ich nur noch etwa 1 Sekunde hinter Greg Junod aus der EM und auch Christian Rüegg und Werner Dähler, die normalerweise

etwa 1.5 Sekunden schneller sind, konnte ich gut folgen.
Den Umständen entsprechend motiviert gings am Samstagmorgen ans erste Qualifying. Da am

Mittag wieder heisse Temperaturen und somit etwas weniger Grip erwartet wurden, setzte ich voll aufs erste Quali. Ich versuchte schnell einen guten Rhythmus

zu finden, und als ich nach 6 Runden zum ersten mal auf den LapTimer „schielte“, war ich bereits 1 Sekunde unter meiner Bestzeit vom
Freitag. Dies

bedeutete momentan Platz 2. In der letzten Runde gab ich noch mal alles und landete 0.1 Sekunden vor Greg Junod auf der Pole Position☺!!!

Im

zweiten Quali fuhr ich zuerst die neuen Bremsen und den Vorderradpneu ein, drehte 3-4 schnellere Runden, kam aber wie erwartet nicht mehr an die Pole-Zeit

heran. Auch sonst konnten sich auf Grund der heissen Temperaturen nicht mehr viele verbessern. Junod kam zwar noch auf wenige Hundertstel an meine Zeit

heran, blieb jedoch auf Startplatz 2. Nachdem ich bisher immer aus der 2. oder 3. Startreihe ins Rennen ging, stand ich fĂĽr die letzten 2 Rennen der Saison also

auf Position 1!

1. Rennen - Ich kam gut weg, war aber in der ersten Kurve etwas zu früh auf der Bremse, so dass Dähler und Junod an mir vorbei gingen. In

der 3. Runde kam ich
nach einer langen Links am Ende der Curbs kurz ins GrĂĽne und musste stark vom Gas. Ich fiel mit ca. 2 Sekunden RĂĽckstand auf

Platz 5 zurück. Ich machte mich sofort auf die Verfolgungsjagd, konnte die Lücke schliessen, überholte Dähler und Rüegg und lag wieder auf Platz 3. Vorne

hatte sich Junod bereits weit abgesetzt und ich versuchte auf Remo Lehmann aufzuschliessen. Dieser fiel jedoch 2 Runden später wegen technischem Defekt

aus. Bis zum Schluss baute ich meinen Vorsprung auf den Drittplatzierten auf etwa 8 Sekunden aus und fuhr das erste Mal seit 2 Jahren wieder aufs

Podest!

2. Rennen - Der Start war wieder gut und ich konnte mich diesmal auch auf der Bremse besser wehren. EM-Gaststarter Junod konnte ich jedoch

auch dieses Mal nicht folgen und musste abreissen lassen. Die ersten 4 Runden hatte ich einige Rangeleien mit Lehmann und RĂĽegg. In Runde 5 wollte ich

Lehmann in einer Schikane ausbremsen - er zog jedoch nach innen. Da ich nicht damit gerechnet hatte, war ich zu schnell und wurde eingeklemmt. Ich

berührte sein Heck, ging stärker auf die Bremse, das Vorderrad rutschte weg, fing sich jedoch wieder, ich prallte noch mal in sein Heck, konnte schliesslich das

Motorrad aufrichten und musste den Notausgang ins Kies nehmen. Im Kiesbett gings geradewegs auf die Pneustapel zu. Ich versuchte auf dem losen

Untergrund so gut wie möglich zu bremsen, prallte aber mit noch etwa 20 km/h in die Pneus. Ich stieg kopfüber ab, das Motorrad kippte im Stand um und es

brach ausgerechnet die Fussraste ab. Ansonsten wäre alles noch o.k. gewesen und ich hätte weiterfahren können…
Lehmann musste durch meine Aktion

auch kurz ins Kies, kam aber wieder auf die Strecke und fuhr noch auf den 2. Platz vor!

Nichts desto trotz war es fĂĽr mich ein sehr erfolgreiches

Wochenende! Ich
konnte meine Zeiten, nach dem Training in Anneau du Rhin, mit Fahrtipps von
Peter Koch, noch einmal steigern und hatte ein gutes

Gefühl. Nach dem Ausfall im zweiten Rennen bin ich in der Endtabelle leider vom möglichen 6. auf den 9. Schlussrang zurückgefallen.
Da dies ein Lehrjahr

sein sollte, spielt mir dies jedoch keine grosse Rolle. Das Wichtigste ist nach wie vor, mich schrittweise, von Rennen zu Rennen zu

verbessern.

Gruess
Chrigu #23


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